Obama schlägt dem pakistanischen Präsidenten eine Eskalation gegen die Terroristengruppen vor, die von diesem Land aus operierten.

Der CIA-Direktor sagte, er erwarte volle Unterstützung von Pakistan, denn Al Qaeda und ihre Anhänger seien gemeinsame Feinde. Er fügte hinzu, es gehe um Pakistans eigenes Überleben.

Obama merkte, dass Gates der Schlüssel war, um die Arbeitsgruppe für nationale Sicherheit zusammenzuhalten.

Nach seiner Rückkehr aus Asien rief Obama seine Arbeitsgruppe für nationale Sicherheit zu einer Versammlung zusammen und versprach ihnen, dass er in zwei Tagen die endgültige Entscheidung treffen würde. Er erklärte sich mit den weniger hochfliegenden und mehr realistischen Zielen einverstanden und sagte, dass diese Ziele in einer kürzeren Zeit als jener, die der Pentagon empfohlen hatte, erreicht werden müssten. Er fügte hinzu, dass die Anzahl der Truppen ab Juli 2011 abzunehmen beginnen würde. Dies war die Zeitspanne, die Gates bei der letzten Sitzung empfohlen hatte.

‚Wir brauchen keine Perfektion; vierzigtausend wird nicht die Zahl sein, die wir erreichen werden, bevor wir die Truppen abzubauen beginnen.’

Hillary sah so aus, als ob sie auf ihren Sitzplatz springen wollte, womit sie ihren Wunsch kundgab, dass man ihr das Wort gebe. Aber Jones hatte schon die Reihenfolge der Wortmeldungen entschieden und die Staatssekretärin musste zuerst die Kommentare von Biden anhören.

Biden hatte ein Memorandum erarbeitet, welches den Präsidenten unterstützte und die Zeitdauer und Ziele der Strategie in Frage stellte. Petraeus fühlte, als ob die Luft aus dem Saal weiche.

Biden war nicht sicher, dass die Zahl von 40.000 vom politischen Standpunkt aus haltbar sei, und hatte vielen Fragen bezüglich der Machbarkeit der Elemente der Strategie gegen die Aufständischen.

Clinton hatte die Gelegenheit, zu Wort zu kommen. Sie unterstützte vollständig die Strategie. ‚Wir haben ein ganzes Jahr lang darauf gewartet, dass es neue Wahlen und eine neue Regierung dort gäbe. Die Völkergemeinschaft und Karzai wissen, zu welchem Ende es dort kommen würde, wenn wir uns nicht in einem höheren Grade engagieren. Was wir gerade machen, wird zu keinen Ergebnissen führen. Der Plan ist nicht alles, was wir uns erwünscht hätten, aber wir werden es nicht wissen, solange wir nicht die Verpflichtungen eingehen. Ich unterstütze die Anstrengung, natürlich bedeutet sie enorm hohe Kosten, aber wenn wir es ohne uns anzustrengen durchführen, werden wir nichts erreichen.’ Ihre Worte waren eine Version von einem Satz, den sie sehr oft gebrauchte, als sie die First Lady des Weißen Hauses war und den sie auch heute noch häufig verwendet: ‚heuchle es, bis du es erreichst.’

Gates schlug vor, bis Dezember 2010 zu warten, um eine volle Auswertung der Lage zu machen. Der Monat Juli sei zu frühzeitig dafür.

Durch eine Videokonferenz aus Genf unterstützte Mullen den Plan und sagte, es sei nötig, so schnell wie möglich Truppen zu senden. Er sei sicher, dass die Strategie gegen die Aufständischen zu Ergebnissen führen würde.

Als er sah, dass sich ein Block zur Befürwortung der Entsendung der 40.000 Mann zusammenbahnte, griff der Präsident ein: ‚Ich will nicht in sechs Monaten erneut hier in diesem Saal zusammenkommen, um die Entsendung von weiteren 40.000 Mann zu diskutieren.’

‚Wir werden um keine weitere 40.000 bitten’, sagte Mullen.

Petraeus erklärte, er unterstütze jegliche Entscheidung, die der Präsident treffe. Und nachdem er seine bedingungslose Unterstützung ausgedrückt hatte, erklärte er, dass seine Empfehlung sei, und zwar vom militärischen Standpunkt aus gesehen, dass die Ziele mit weniger als 40.000 Mann nicht erreicht werden könnten.

Peter Orzag sagte, dass man den Kongress wahrscheinlich um zusätzliche Finanzierung bitten müsse.

Holbrooke war mit den Aussagen von Hillary einverstanden.

Brennan versicherte, dass das antiterroristische Programm unabhängig davon, welche Entscheidung getroffen würde, weiter gehen würde.

Emmanuel bezog sich darauf, wie schwierig es sei, den Kongress um zusätzliche Finanzierung zu bitten.

Cartwright sagte, er unterstütze die hybride Option der 20.000 Mann.

Der Präsident versuchte zusammenzufassen. ‚Nach zwei Jahren gibt es immer noch zweideutige Elemente in dieser Situation’, sagte er. Er bedankte sich bei allen und verkündete, er würde während des Wochenendes dieses Thema bearbeiten, um anfangs der kommenden Woche eine endgültige Entscheidung zu treffen.

Am Mittwoch, den 25. November, versammelte sich Obama im Oval Office mit Jones, Donilon, McDonough und Rhodes. Er sagte, er sei geneigt, die Entsendung von 30.000 Mann zu billigen, aber diese Entscheidung sei nicht endgültig.

Dies muss ein Plan sein, um ihnen die Befehlsgewalt zu übertragen und Afghanistan zu verlassen.  Alles, was wir tun, muss darauf ausgerichtet sein, auf welche Art und Weise wir unsere Präsenz dort verringern werden.  Das gehört zu unserem Interesse nationaler Sicherheit.  Es muss klar ersichtlich sein, dass es das ist, was wir jetzt tun’, hat Obama gesagt. Das US-amerikanische Volk versteht nichts von Brigadenanzahl, sondern es versteht die Truppenanzahl. Und ich habe beschlossen, dass es 30.000 sein werden.’

Obama schien nun sicherer über die Truppenstärke.

,Wir müssen die Bevölkerung darüber aufklären, dass der Krebs in Pakistan ist. Der Grund, weshalb wir in Afghanistan operieren, ist, damit der Krebs sich nicht dorthin ausbreitet.  Und wir müssen auch den Krebs aus Pakistan entfernen.’

Es schient, dass die Zahl 30.000 nicht zu verändern sei.  Obama hat kommentiert, dass es aus politischer Sicht für ihn einfacher sei, die 30.000 abzuschlagen, denn so könne er sich der Inlandtagesordnung widmen, die er als Zentrum seines Mandats als Präsident wolle. Aber die Militärs verstanden das nicht.

,Politisch gesehen wäre es für mich einfacher, eine Rede zu halten und zu sagen, dass das US-amerikanische Volk dieses Krieges überdrüssig sei, und dass wir nur 10.000 Berater entsenden würden, weil das die Art und Weise wäre, von dort herauskommen zu können. Aber die Militärs würden beleidigt sein.’

Es war offensichtlich, dass Obama zu einem großen Teil eben gerade diese Rede halten wollte.  Es sah so aus, als ob er sie gerade übe.

Donilon hat gesagt, dass Gates das Amt niederlegen würde, wenn nur 10.000 Berater entsendet werden würden.

,Das würde etwas schwierig sein’, hat Obama gesagt, ,weil zu meinem Arbeitsgruppe für nationale Sicherheit kein anderes Mitglied gehört, das stärker als er ist.’

Der Präsident war entschlossen, die 30.000 anzukündigen, um die Familie zusammenhalten zu können.“